Norwegen 2020

Nachdem unsere Fahrt nach Spanien im Frühjahr durch die Covid-19 Pandemie ausgebremst wurde, haben wir umgeplant und werden zum zweiten Mal nach Norwegen segeln. Norwegen hat seit dem 15. July seine Grenzen für Touristen wieder geöffnet. Der Plan ist in 2020 bis Molde zu kommen, um dann im kommenden Winter wieder Skitouren in Norwegen vom Boot aus zu unternehmen. Unser Segelboot Noe wurde die letzten Wochen in der Werft in Emden komplett durchgetestet und einige Teile wurden erneuert. Unsere Kletterausrüstung, die Tourenskier und die Mountainbikes sind an Bord. Auf zum neuen Abenteuer!

 

Unsere Segeltour nach Norwegen zeichnen wir mit einem Spot Gen 3 auf und übertragen es auf die Karte links. Die Daten werden etwa 30 Minuten zeitversetzt angezeigt. Startpunkt ist Emden und unser Ziel soll vorerst malin Molde sein. Den Sender wird im Cockpit am Boot befestigt. So bald wir losfahren wird er eingeschalten.

Wenn man auf der Karte links einzoomt sind Details der Routenführung erkennbar.



28.07.2020

Wir sind bereits seit ein paar Tagen unterwegs und stecken gerade bei starkem Wind in Hörnum auf Sylt fest. Unser Start am 22.07.  in Emden war mit einigen Hindernissen versehen: die letzten Reparaturen waren nicht wie versprochen fertig, und unser EPIRB Notsender ist vom Service bisher nicht eingetroffen. Nach Beseitigung der letzten Mängel fahren wir trotzdem ohne EPIRB los. Bedingt durch eine starke Böe berühre ich beim Ausfahren aus der Werft ein Nachbarboot. Nachdem ich den Schaden bei der Werft gemeldet habe, wird bei einer Begutachtung durch die Werf der Schaden als nicht gross erachtet. Wir können losfahren. Durch die Nesserland Seeschleuse gelangen wir rasch in die Ems und segeln mit ablaufendem Strom gemütlich zur Insel Borkum, wo wir am frühen Nachmittag nach 25sm am Gästesteg die Noe festmachen. Der erste Tag ist geschafft. Die Handgriffe auf dem Boot sitzen zwar noch nicht so richtig, aber wir haben ja noch einige Wochen vor uns, in denen wir schon wieder Übung im Umgang mit der Noe bekommen werden.

Am nächsten Morgen geht es dann weiter durch das Watt über einen mit Pricken makiertem Kanal Richtung Juist und weiter nach Norderney. Diese Route kann man nur zwei Stunden vor und nach Hochwasser befahren, da sonst der Wasserstand zu niedrig ist, oder das Watt trocken fällt. Die Marina in Norderney ist voll, so dass wir die Noe an einem Boot am Hafenkai festmachen. Morgen wollen wir nach Helgoland.

Beim Start müssen wir wieder die Tide beachten und fahren so um 7:00 mit ablaufendem Strom auf die Nordsee hinaus. Der Wind frischt hier etwas auf und wir segeln mit 5-6 Knoten nordseitig entlang von Norderney und Langeoog. Nördlich von uns befindet sich das Verkehrstrennungsgebiet für Bremerhafen und Hamburg, das wir nicht befahren dürfen. Nach 20sm haben wir das Ende des Verkehrstrennungsgebits erreicht und ändern den Kurs nach NNO Richtung Helgoland. Auf den nächsten Meilen müssen wir sehr aufpassen um nicht einem dieser grossen Frachtcontainer, die Richtung Hamburg fahren zu Nahe zu kommen. Leider schläft der Wind fast ein, sodass wir die letzten Seemeilen nach Helgoland mit dem Motor fahren. Wir legen uns im Päckchen mit anderen Booten an den Ostkaje und gehen gleich mal los um die Insel zu erkunden.

Nachdem wir die Touristenmassen im Hafengelände hinter uns gelassen haben wandern wir hoch zum oberen Teil des Ortes um zu den Felsenklippen im Oberland zu gelangen. Ein Rundweg führt hier entlang der Klippen, wo wir viele Basstölpel beim Brüten, Fliegen und Füttern beobachten können. Auf dem Rundweg kommen wir bis auf einen Meter an die Vögel heran. Nur ein Zaun trennt uns von ihnen. Die Vögel sind die Nähe offensichtlich gewohnt.

Als wir zur Noe zurückkommen treffen wir unseren Freund Rainer, der mit seinem Segelboot Ahoi und einigen Gästen an unserem Boot festgemacht hat. Es gibt einiges zu erzählen, haben wir doch Rainer das letzte Mal vor drei Jahren in Shetland getroffen. Wir beschliessen am nächsten Morgen den 25.07. zusammen nach Hörnum auf Sylt zu segeln. Rainer ist dann am 26.07. von dort weiter oder eigentlich etwas zurück nach Amrum, und wir warten jetzt auf einen günstigen Wind um weiter nach Norden zu kommen. Der aktuelle Wetterbericht zeigt uns am Donnerstag den 30.07. ein Fenster für die nächste Etappe.


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Kommentare: 1
  • #1

    Joe Schweizer (Samstag, 25 Juli 2020 13:59)

    Hallo Christine und Thomas
    Viel Glück und immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel.
    Verfolge von Zeit zu Zeit eure Reiseberichte.
    Gruß Joe und Margit