Norwegen - Ski and Sail

Wir sind im Sommer 2020 von Emden aus auf unserem Segelboot Noe in den Norden Norwegens gesegelt. Mitte November befinden wir uns in Skjervøy, 40 sm nördlich von Tromsø und können dort Orcas und Buckelwale beobachten. Den Bericht zu dieser Reise gibt es hier.

Die Gegend hier rund um die Lyngen Alpen ist bekannt für Ski and Sail, bietet sie doch unzählige Tourenziele an, bei den der Start vom Hafen und Boot aus erfolgen kann. Neben uns als Individualreisende gibt es auch einige kommerzielle Anbieter, die dieses Gebiet besuchen. Die Saison startet allerdings erst ab Ende Februar, wenn die Tage wieder länger werden, und die Schneelage sicher ist. Bedingt durch die Corona Krise erwarten wir in diesem Winter keinen großen Andrang von Besuchern, sondern eher beschauliche und einsame Skitouren. Wir sind schon gespannt!

Unsere Segelroute in Norwegen zeichnen wir mit einem Spot Gen 3 auf und übertragen es auf die Karte links. Die Daten werden etwa 30 Minuten zeitversetzt angezeigt. Startpunkt unserer Sail and Ski Reise ist am 70. Breitengrad in Hamnnes nördlich von Tromsö und nördlich der Lyngen Alpen. Den Sender wird im Cockpit am Boot befestigt. So bald wir mit Noe losfahren wird er eingeschalten und sendet.

Wenn man auf der Karte links einzoomt sind Details der Routenführung erkennbar.



Lyngen Alpen, Ski Norway, Sail and Ski
Lyngenfjord mit rechts den Lyngen Alpen beim Aufstieg zum Kjelvågtinden

Infos zu Skitouren und Segeln in den Lyngen Alpen

  • Skiführer: Ski Touring in Troms, von Espen Nordahl, erschienen 2018. Das Buch ist in englischer Sprache mit Karten, Bildern und Tourenbeschreibungen. Das Buch enthält 116 Skitouren rund um Tromsø mit den Gebirgszügen Malangen, Kvaløya, Ringvassøya, rund um Tromsø, Balsfjorden, Lyngen Alpen, Kåfjord Alpen und Senja. Genug Touren für mehr als eine Saison. Kosten ca. 45 Euro
  • Dazu passend gibt es zwei Karten von Fri Flyt: Tromsø und Lyngsalpene. Massstab 1:50.000, wasserfest. Kosten je ca. 25Euro
  • den Lawinenlagebericht in Englisch gibt es hier. Das Gebiet muss noch ausgewählt werden. Den Lagebericht gibt es täglich vom 1.12. - 31.05.
  • Anreise: Wer nicht den Zeitrahmen hat um mit dem Segelboot aneisen zu können, kann nach Tromsø fliegen und sich einen Mietwagen am Flughafen mieten. Die meisten Touren im Führer sind mit dem Auto gut erreichbar.
  • Über Bergführer und Unterkünfte können wir bisher nichts berichten, da wir auf unserem Segelboot wohnen und die Skitouren selbstständig unternehmen. Wir denken, die üblichen Buchungsplattformen bieten hier genug Hilfe an.
  • Hafenführer: Havneguiden 4, Bergen - Kirkenes, von 2018, Kosten ca. 60Euro oder Norwegian Cruising Guide, Vol. 4, Kosten 15 Euro

24.11.2020 Kjelvågtinden 1080m - Kåfjord Alps

 

Es liegt nicht allzu viel Schnee in Hamnnes auf der Insel Uløya, dem Ausgangsort zum Kjelvågtinden. Der wenige Schnee wurde vom leichten Regen gestern noch etwas reduziert. Um 9:00 verlassen wir in der Morgendämmerung mit unseren Tourenski das Boot. Kurz hinter der Handelsstation schnallen wir die Ski an und gehen los. Uns stehen heute 5 Stunden Tageslicht zur Verfügung, die wir ausnützen wollen. Die Skitour geht zuerst im Wald entlang in einem System von Forstwegen. Die Abzweigungen haben wir am Tag vorher bei einem Spaziergang ausgekundet. Wir verlassen die Forstwege am höchsten Punkt und finden durch das jetzt folgende Gestrüpp eine gute Schneise nach oben in das freie Gelände. Die Schneehöhe ist inzwischen merklich angestiegen. Nach einer knappen Stunde haben wir den Waldgürtel hinter uns und spuren durch kupiertes, freies Gelände weiter nach oben. Nach etwa 90 min befindet sich rechts von uns ein großer Steinmann, den wir schon vom Boot gesehen haben. Von hier weg zieht ein langer und gleichmäßig geneigter Hang nach links das letzte Drittel der Tour hoch bis zum Gipfel. Wir erklären unseren Aufsteig auf einer runde Schneekuppe kurz vor dem eigentlichen Gipfel für beendet. Die letzten Meter über einen mit großen Wächten gespickten Grat ersparen wir uns. Es ist kurz nach 11:00 Uhr. Richtung Westen haben wir einen großartigen Blick auf die Lyngen Alpen. Vom Gipfel können wir den Sonnenaufgang um 11:30 und schon bald danach den Sonnenuntergang um 12:00 bewundern. Die Abfahrt bis zur Waldgrenze wird zum Hochgenuss, da auf einer harten Altschneedecke etwa 15cm feinster Pulverschnee aufliegen. Die Lawinengefahr schätzen wir heute als sehr gering ein, die Tour ist zudem auch an keiner Stelle steil. Um 13:00, kurz bevor es dunkel wird sind wir zurück am Boot.

 

 

Ein paar Fakten zur Tour:

Ausgangsort: Handelshaus bzw. Hafen in Hamnnes

Gipfelhöhe: 1080m

Aufstieg: ca. 2,5h

Abfahrt: ca. 1h

Hafen: Hamnnes hat einen schwimmenden Steg mit Platz für mehrere Boote. Strom und Wasser sind am Steg vorhanden. Die Handelsstation hat einen kleinen Lebensmittelladen, in dem alle Grundnahrungsmittel erhältlich sind.

 


14.12.2020 Lyngenfjord, Arøya und Lyngseidet

 

Die letzten Tage sind wir keine Skitour gegangen, sondern haben die Gegend um Lyngen mit unserem Segelboot Noe erkundet. Wir haben uns dabei mehrere Häfen um den Lyngenfjord angesehen, um einen sicheren Liegeplatz für unser Segelboot als Ausgangspunkt für Skitouren im Frühjahr zu finden. Einsetzendes Tauwetter und Regen hat zudem den Schnee vor allem in den tiefen Lagen stark reduziert. Einige Tage haben wir auf der Insel Arøya verbracht, genauer gesagt am Liegesteg an der kleinen Insel Bertholmen. Die Insel liegt inmitten des Lyngenfjords und wurde im II. Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht als Stellung ausgebaut. Nach dem Ende des II Weltkriegs wurde die Insel noch von der NATO im kalten Krieg als Beobachtungsstation genutzt. Heute ist die Insel unbewohnt. Den Sommer über wird sie als Schafweide genutzt. Für uns bietet die Insel mit ihrer Bucht in Bertholmen den perfekten Schutz für schlechtes und windiges Wetter. Da der Boden der Insel schon gefroren ist können wir die im Sommer wohl sehr sumpfige Insel kreuz und quer gut erkunden.

 

Der höchste Berg auf Arøya
Der höchste Berg auf Arøya

29.12.2020 Weihnachten in Tromsø

 

Vor Weihnachten war es mit bis zu +6Grad ungewöhnlich warm. Wir fahren von der Insel Arøya mit einem Zwischenstopp in Nordlenangen zurück nach Tromsø, um dort im Stadthafen die Tage über Weihnachten und Neujahr zu verbringen. Tromsø hat für die dunkle Jahreszeit viel zu bieten: Polarmuseeum, Kletterhalle, Eismeerkathedrale, nette  Cafe´s, alle Einkaufsmöglichkeiten und für uns wichtig: einen sicheren Hafen für stürmisches Wetter. In Norwegen sind Autos und Fahrräder mit Spikereifen ausgerüstet, da die Straßen oft mit Eis bedeckt sind und nur wenig geräumt wird. Da wir auch meist mit dem Rad unterwegs sind, rüsten wir unsere Räder auch mit Spikereifen aus. In der Kletterhalle kaufen wir uns gleich mal eine Zehnerkarte. Die Halle ist ca. 20m hoch, und es gibt viele Touren in unserem Schwierigkeitsgrad. Auch der Bereich zum Bouldern ist sehr groß und gut zum Trainieren geeignet – der nächste Berg- und Klettersommer kommt bestimmt! Am 23.12.fällt dann die Temperatur auf -10 Grad. Wir lassen die Heizung jetzt 24h durchlaufen. Im Innenraum bildet sich am Alurumpf der Noe sehr viel Kondenswasser, das wir täglich entfernen müssen. Am 25. Dezember in der Früh dann eine unangenehme Überraschung: unsere Fahrräder wurden vor unserem Boot gestohlen. Auch die Nachfrage beim Hafenamt und eine Anzeige bei der Polizei bringen uns die Räder nicht zurück. Die Räder waren nicht besonders teuer, doch sehr praktisch, da faltbar und im Boot gut zu verstauen. Wir müssen uns wohl um neue Räder kümmern.

Trotz der ständigen Dunkelheit und des kalten Wetters ist das Leben an Bord angenehm – wir versinken mit 10 Stunden Schlaf in der Nacht in eine Art Winterschlaf. Am 19. Januar soll ja die Sonne endlich zurück sein….

 


15.01.2021 Polarlicht über Tromsö

 

 

 

Der Winter ist bisher für Tromsø sehr ungewöhnlich: kaum Schnee und nicht besonders kalt. Heute hat es den ersten nennenswerten Schneefall zumindest in den Bergen um Tromsø herum. Da es bisher kaum Niederschlag hat und die Nacht doch noch sehr lang ist, können wir uns dafür am Polarlicht erfreuen. An einem Abend fing der Zauber schon um 18:00 an. Da es in Tromsø doch mit Kunstlicht recht hell ist, beschließen wir kurzfristig auf den 700m hohen Fløyfjellet zu gehen.  Wir überqueren zuerst die Brücke über den Sund, gehen an der Eismeerkathedrale rechts vorbei und wandern anschließend durch die dahinter liegende Wohnsiedlung nach oben. Bald zweigt links ein steiler Weg ab, der weiter oben zu einem steilen, mit Steintreppen ausgebauten Steig wird. Der Steig endet direkt an der Gipfelstation der Bergbahn auf dem Fjellheisen. Der Steig wurde von Sherpas aus Nepal gebaut, die Spezialisten im Bau solcher Wege sind. Oben an der Bahn weht ein kalter und bissiger Wind aus Südost vom Berg herunter. Um aus dem Lichtkegel Tromsøs endgültig heraus zu kommen gehen wir weiter nach oben bis zur Steinbøyhytta, einem einfachen Unterstand etwa 30min von der Bergbahn entfernt. Da der Weg nun oft mit Eis bedeckt ist, ziehen wir sicherheitshalber unsere mitgebrachten Grödeln über die Schuhsohlen, um im Dunkeln weiter sicher aufsteigen zu können. In der Hütte können wir uns vom Wind geschützt unterstellen und auf das Polarlicht warten.

 

 

Polarnacht Tromsø

19.01.2021 Lille Blåmannen (Botnfjellet) 844m - Kvaløya

 

 

Die letzten Tage hat es dann doch noch ab und an geschneit, so dass wir beschließen auf den Lille Blåmannen auf der Insel Kvaløya zu gehen. Ein erster Blick am Morgen aus dem Boot verheißt einen perfekten Tag. Mit dem Bus Nummer 420 geht es von der Bushaltestelle vor der Marina in 30 Minuten, ohne umzusteigen nach Håkøybotn snuplass auf der Insel Kvaløya. Wir fahren allerdings erst mal eine Station zu weit, da wir den Stopknopf im Bus zu spät drücken. Die Ablenkung durch die schöne Landschaft ist zu gross. Nachdem wir etwa 10min auf der wenig befahrenen Strasse zurückgelaufen sind erreichen wir Håkøybotn snuplass. Dort am großen Parkplatz startet die Skitour. Die Tour ist bei schönem Wetter recht einfach zu finden, da sie durch die Nähe zu Tromsø sehr oft gegangen wird. Bei schlechtem Wetter kann die Orientierung im baumlosen oberen Teil schwierig werden. Wir folgen zunächst der Aufstiegsspur durch einen lichten Birkenwald. Meist geht es da entlang einer Schneise einer Stromleitung. Nach etwa 300Hm endet das Gebüsch und es geht über ein kupiertes Gelände bis auf Höhe einer Richtfunkstation. Die Station bleibt links liegen. Von dort führt dann eine leicht ansteigende Hochebene zum Gipfel mit großem Steinmann. Kurz vor dem Gipfel erreichen uns die ersten Sonnenstrahlen. Nach fast zwei Monaten hat uns die Sonne wieder – welch ein Augenblick! Für die Abfahrt gibt es mehrere Varianten. Wir entscheiden uns aber wegen der Lawinenwarnstufe 3 entlang der Aufstiegsspur zurückzufahren. Der Neuschnee hat auf dem eisigen Untergrund kaum Bindung.

 

Ein paar Fakten zur Tour:

Ausgangsort: Parkplatz Håkøybotn snuplass auf der Insel Kvaløya

Gipfelhöhe: 844m

Aufstieg: ca. 2h

Abfahrt: ca. 1h

Hafen: Möglich in Eidkjosen bzw. wie wir in Tromsø, Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus 420) in 10min bzw 30min gut möglich

 


20.01.2021 Kjølen 790m - Kvaløya

 

Motiviert durch die ersten Sonnenstrahlen gestern am Lille Blåmannen gehen wir heute gleich wieder eine Skitour. Diesmal wollen wir auf den Kjølen 790m. Wieder geht es auf die Insel Kvaløya, diesmal mit dem Bus No 42 bis kurz nach der Brücke von Tromsø. Von der Bushaltestelle laufen wir auf dem Fußweg durch eine Wohnsiedlung.  Am Ende der Siedlung führt links von einem Bachlauf ein Fußweg hoch bis zur Langlaufloipe, die sich etwa 50Hm über dem Meer am Hang entlang schlängelt. Nach einigen Metern auf der Loipe folgen wir einer Skispur weiter nach oben in den lichten Birkenwald. Bald ist der Birkenwald durchquert und wir steigen den mäßig geneigten Hang hoch bis zum Finnlandsfjellet. Jetzt geht es in einer langen und großen Rechtsschleife in recht flachem Gelände bis zum Gipfel des Kjølen. Auf dem Gipfel befindet sich eine Radarstation der NATO und erfreulicherweise auch eine kleine Hütte des norwegischen Wandervereins, die offen ist. Da heute auf dem langen Plateau zum Gipfel ein empfindlich kalter Wind aus Osten weht, den wir bald bis auf die Knochen spüren ist die kleine Hütte, die eigentlich nur einen Raum hat, für die Gipfelrast sehr willkommen. Dem Hüttenbuch entnehmen wir, dass entgegen unserer Annahme, nur ab und zu Bergwanderer bis hier hochkommen. Durch die Nähe zu Tromsø haben wir mit regem Besuch gerechnet. Auch heute sind wir allein am Berg unterwegs.

 

Ein paar Fakten zur Tour:

Ausgangsort: Kvaløysletta, Bus Nummer 420 oder 42 bis Blåmannsvegen nedre oder Kvaløysletta sykehjem

Gipfelhöhe: 790m

Aufstieg: ca. 2,5h

Abfahrt: ca. 1h

Hafen: Tromsø oder Eidkjosen, dann mit dem Bus zum Start

 


30.01.2021 Rødtinden 500m - Kvaløya

 

Das Wetter ist weiterhin recht schön, doch leider schneit es nicht, und die vorhandene Schneedecke ist sehr dünn. Dazu hat es Lawinenwarnstufe 3, da der wenige Schnee, auf dem eisigen Untergrund keine Bindung hat. Sturmtief Frank hat dazu zu starken Schneeverfrachtungen geführt. Vorgestern haben wir die Skitour auf den Ullstinden abgebrochen, da kein Schnee lag und dazu stürmischer Wind wehte.

Auf der Insel Kvaløya hat es etwas mehr Schnee, so beschließen wir auf den Rødtinden zu gehen. Er ist zwar nur knapp 500m hoch, doch bei diesen Bedingungen wird man bescheiden. Mit dem Stadtbus fahren wir bequem in 30min zum Ausgangspunkt in Storelva. Wir gehen der Straße nach oben zum Skistadion, wo eine Langlaufloipe beginnt, auf der sich schon viele Langläufer tummeln. Zuerst geht es für uns entlang der Loipe, dann durch etwas Gebüsch und schließlich entlang eines Rückens zum Gipfel. Die wenigen Leute am Gipfel sind alle zum Wandern hochgekommen, wir sind die einzigen am Gipfel mit Skiern. Da immer noch starker Wind weht, machen wir vor der Abfahrt etwas unterhalb des Gipfels eine Rast. Bei einer guten Brotzeit und heißem Tee geniesen wir die großartige Aussicht. Beim erneuten Einsteigen in die Skibindung auf dem eisigen Untergrund passiert Christine ein Malheur: sie verkantet mit dem Schuh und stürzt, der Fangriemen war noch nicht am Schuh befestigt, dadurch kommt der Ski frei und rutscht langsam Richtung Tal. Kurz vor einer Geländekuppe überschlägt sich der Ski, fängt sich wieder und verschwindet schnell hinter der Kuppe. Da ich schon beide Skier anhabe, rase ich schnell hinterher, kann aber an der Kuppe keinen Ski sehen. Der Hang ist ungefähr 400m lang, nicht besonders steil und er endet in einem Tal mit einem breiten Bach. Eigentlich sind auf dem Hang keine Hindernisse, und wenige Bäume. Der Schnee ist hart und meist eisig. Aber trotz intensiver zweitägiger Suche bleibt der Ski unauffindbar. Wir schalten erst mal eine Suchanzeige in Facebook. Da aber morgen Schneefall angesagt ist, schwindet die Hoffnung, den Ski noch kurzfristig zu finden.

 

 


09.02.2021 Akselkollen 520m - Kvaløya

 

Nach echt faulen Tagen mit fast einem Meter Schneefall, raffen wir uns heute auf um eine kleine Skitour zu machen. Da es morgens noch sehr ergiebig schneit,geht es erst gegen 10 Uhr vom Boot los. Unser Ziel ist der Akselkollen, den man trotz der herrschenden  Bedingungen  -  Lawinenwarnstufe 3 und Schneefall - gut machen kann. Mit dem Bus Nummer 42 fahren wir in 20min zum Ausgangspunkt. Anfangs schneit es noch mässig, und oben kommt starker Wind auf. Die Wolkendecke reisst auf. Den Steinmann mit Wetterstation und Buch auf einer Höhe von 520m erklären wir zum Gipfel. Die Brotzeit fällt wegen der unwirtlichen Bedingungen leider aus. Bei der Abfahrt kommt dann doch noch die Sonne zum Vorschein.

 


11.02.2021 Finnlandsfjellet 510m - Kvaløya

 

Wieder hat es einen ganzen Tag durchgeschneit, und die Schneedecke wächst schön an. Am Morgen schneit es immer noch, so dass wir nur zögerlich Aufbrechen. Heute wollen wir zum Finnlandsfjellet. Auch hier gibt es eine lawinensichere Skitour, die fast bei allen Wetterbedingungen gemacht werden kann. Wir nehmen wieder den Bus Nummer 42 auf die Insel Kvaløya. Kurz nach dem Start entdecken wir etwas über den letzten Häusern von Tromsø ein Rentier. Es sucht unter dem tiefen Schnee nach essbarem. Irgendwie kommen wir durch das Beobachten des Rentiers von der Spur ab und laufen fast den falschen Berg hinauf. Mit einer langen Querung nach links schaffen wir es aber doch noch auf den Finnlandsfjellet. Das Wetter ist oben richtig mies mit viel Wind und Schneefall. Als der Hang keine Steigung mehr hat, erklären wir unsere Tour auf ungefähr 500m Höhe für beendet. Nachdem wir die Aufstiegsfelle im Rucksack verstauen haben, lichtet sich die Wolkendecke, und wir wedeln bei Sonne und herrlichem Pulverschnee ab nach Tromsø.

 


16.02.2021 Fagerfjellet 871m - Tromsø Fastland

 

Heute gehen wir einen etwas anspruchsvolleren Gipfel an. Wir fahren zuerst mit dem Bus in 40min nach Nordbotn im Ramfjord. Der Fjord ist in Nordnotn zugefroren, und an der Kante bildet sich über dem Wasser leichter Nebel. Das Wetter ist ansonsten wolkenlos und windstill. An der Schule des Ortes schnallen wir die Skier an und gehen gemütlich durch das Schulgelände durch zum dahinter liegenden Hang, wo die Tour beginnt. Eigentlich sind die Touren hier um Tromsø vom Charakter alle ähnlich: zuerst geht es durch einen Birkenwald, der ab ungefähr 200m lichter wird, dann geht es über herrlich freie Hänge mehr oder weniger steil zum Gipfel. Auf dem Gipfel steht dann ein großer Steinmann, meist bestückt mit einem großen Stab und einem Gipfelbuch. Wir sind heute nicht alleine unterwegs, weitere 20 Skitourengeher wollen auf den Gipfel. Die Abfahrt ist ganz ok. Etwas Plattenpulver, einige harte Stellen und im Wald Pulverschnee. Leider stehen die Bäume etwas eng im Wald, so dass man sehr geschickt und vor allem vorausschauend fahren muss, um nicht gegen einen Baum zu prallen.

 


17.02.2021 Ullstinden 1078m - Tromsø Fastland

 

Schon vor 9 Uhr sind wir mit dem Bus Richtung Oldervik unterwegs. Nach etwa 50min Fahrzeit stoppen wir den Bus am Parkplatz von Snarbyeidet. Hier geht die Tour los. Es ist kalt, aber wolkenlos und es hat keinen Wind. Zuerst geht es flach eine Wiese entlang. Am Ende unter den Stromleitungen durch geht es weiter in den naheliegenden Wald. Nachdem der Wald lichter wird führt die Spur im Nordwesten des Svarthamartinden vorbei nach links in eine Senke. Nach einigen flachen Metern führt die Spur mit vielen Kehren den lange Gipfelhang hoch bis zum höchsten Punkt. Die Tour scheint auch sehr beliebt zu sein, da sie schon gut gespurt ist,und wir auch heute nicht die einzigen Tourengeher am Berg sind. Der Ausblick ist phantastisch. Man Überblick nach Osten die gesamten Lyngen Alpen. Im Westen und Süden gibt es unzählige Inseln zu sehen.  Weit draussen am Horizont leuchtet das Wasser des Nordmeers.

 


18.02.2021 Rundfjellet 750m - Tromsø Fastland

 

Das Wetter ist weiterhin herrlich, doch die Situation der Lawinenlage ändert sich nicht und bleibt auf 3. Wir gehen daher auf den Rundfjellet, einem gutmütigen Gipfel auf dem Tromsø Festland. Der Bus Nummer 20 bringt uns vom Boot in 20 min nach Kroken. Hier ist auch das Skigebiet von Tromsø mit einigen Liften. Wir gehen von der Bushaltestelle einige Meter nach Norden und folgen dann einer Skispur die steil nach oben durch den Wald führt. An einer Aussichtskanzel endet die Spur, und wir müssen jetzt selber spuren. Durch welliges Gelände geht es gemässigt nach oben, bald kommen wir auf eine andere Aufstiegsspur, die uns rasch zum Gipfel bringt. Nur wenige Skitourengeher finden heute den Weg hierher, so dass wir den Gipfel alleine geniesen können. Wir verkriechen uns wegen des frischen Windes auf dem Gipfel im Windschatten des grossen Steinmannes, der den Gipfel makiert.

 

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